"OSTEREIERLAUFEN"
Alte Bräuche leben noch, aber verändern sich!

Wie ist dieser Brauch?
Nach der langen Fastenzeit warten die Menschen schon sehr auf den Frühling und Ostern. An der Ende der Fastenzeit wird die Auferstehungsprozession gehalten. Am Palmsonntag werden Palmkätzchen in die Kirche gebracht, um dort geweiht zu werden.
Diese geweichten Palmkätzchen sollen das ganze Jahr auf dem Dachboden bleiben, um das Haus gegen Blitz und gegen Krankheiten zu schützen. Diese Tradition lebt noch unter den älteren Menschen.
Am Ostermontag gehen die Burschen, Buben, Männer auch heute noch die Mädchen und Frauen mit Kölnischwasser oder Wasser zu bespritzen.
Es wird Schinken gekocht, Eier werden gefärbt. Die Burschen fahren mit einer geschmückten Kutsche im Dorf herum, um die Mädel mit einem Eimer Wasser zu bespritzen. Als Dank bekommen sie von ihnen bunte Eier, schöne Blumen.
Am Nachmittag beginnt das Ostereierlaufen. Das ist ein lustiger Wettbewerb zwischen zwei Mannschaften. Dieser Brauch wurde möglicherweise aus Ober-Österreich oder aus der Schweiz mitgebracht und bewahrt und wird in Ungarn nur in Wetschesch ausgeübt.
Das Ostereierlaufen wird von den Gastwirten organisiert, es findet vor dem Gasthaus statt. Die Burschen, die in dem Wirtshaus Stammgäste sind, bereiten das Ostereierlaufen und den Ball vor. Sie nehmen eine Blaskapelle auf, sie verkaufen die Eintrittskarten zum Ball. Sie suchen jemanden, der Scherzmeister wird, und noch andere, die in den Maskaraden eingekleidet werden. Sie sollen die Zuschauer unterhalten. Die Burschen beginnen schon am Palmsonntag die Eier zu dem Ostereierlaufen zu sammeln. Sie fahren mit der Kutsche im Dorf herum, um die Familien, in denen schöne Mädel sind um Eier zu bitten. Sie bekommen in einem Haus 5-1o Eier. Sie sammeln die Eier bis Ostern, weil man zu einem Ostereierlaufen 3oo-35o Stück Eier braucht.
Die zwei Mannschaften mit je 1o Mitgliedern werden aus Männern, Burschen zusammengestellt und sollen komisch sein. Verschiedene Typen hat man in einer Mannschaft: Dicke, Dünne, Niedrige, Große. Eine Kutsche steht vor dem Wirtshaus.
Darauf wird ein Bottich voll mit Wasser gestellt und drei Richter sitzen dort auch. Sie achten auf die Spielregeln. Von der Kutsche aus werden in zwei Richtungen schrittweise kleine Sandhügelchen gemacht und ein Ei wird auf ein jedes gestellt. Es werden gegen 1o Sandhügelchen in jeden Richtung gemacht. Die Wettläufer sollen, so schnell wie möglich, die Eier einzeln nacheinander aufheben und zur Kutsche bringen, um dort ins Wasser zu werfen. Die Richter zählen wie viele unverlezte Eier von den Mannschaften ins Wasser geworfen werden. Das Laufen wird als Staffellauf gemacht.
Die Blaskapelle spielt inzwischen schöne Musik. Die Zuschauer versuchen einige Eier mit Stein auszuwechseln, aber der Scherzmeister muss aufpassen. Das Spiel dauert ungefähr 2 Stunden lang. Ein Richter hebt die Hand des Kapitäns der siegenden Mannschaft zum Schluss auf.
Der Scherzmeister und die Maskaraden machen unter den Zuschauern inzwischen Scherzen, weil alle lustig sein müssen. Nach dem Laufen wird aus den Eier Spiegeleier gemacht und die Mannschaften essen es gemeinsam. Am Abend tanzen alle auf dem Ball bis morgen früh.

Wie und warum veränderte sich dieser Brauch?

Die alte Wirtshäuser sind schon nicht mehr in Betrieb (Kóbi, Gazdakör). Man kann keine größere Bälle organisieren. Durch Mischehen wird die Assimilation der Ungardeutschen stärker. Trotzdem haben die Mitglieder von Kulturverein und der Donauschwäbische Selbstverwaltung Wetschesch die Organisationsaufgaben des Ostereierlaufen gelöst, um diesen alten Brauch lebendig zu bewahren.
Zu Ostern gehörende kirchliche und gesellschaftliche Traditionen leben in den Familien. Das Essen und bunte Eier, schöne Blumenwerden vorbereitet. Die Kinder machen im Garten Nester für Osterhase. Die Burschen schmücken einige Kutschen auf und gehen die Mädeln bespritzen. Wenn das Wetter schön ist, dann kann das Ostereierlaufen losgehen.
Der neue Platz des Ostereierlaufen ist auf dem "Kirhitoch"-Platz, wo übrigens im September auch der Kirhweihtag veranstaltet wird, weil der im alten Stadtkern liegt.
Hier soll man kleinere Zelte aufstellen für „Brunner Kapelle“ und als Wirtshaus. Heutzutage laufen kleinere und ältere Kinder oder einige Mannschaften aus den Schulen. Es ist gut, das Wetschescher aus der grossen weiten Welt wegen des Ostereierlaufens nach Hause kommen, um daran teilzunehmen.
Diese Veranstaltung dauert 4-5 Stunden lang und die Brunner-Kapelle musiziert bis Abend. Es ist sehr schade, dass man den traditionellen Ball nicht organisieren kann. Es wäre gut diese Tradition noch lange bewahren, weil sie in Karpatien Becken einzelnartig ist.

Frau Ináncsi
geb. Emma Dein

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